Haustier-News

Hitze, Maden, Futter, Wasser: Tipps vom Tierarzt für Tiere im Sommer

11.08.2009

 

Die heiße Jahreszeit steht bevor – Mitte Juli bis Ende August. Was für uns Freibadsaison und Eis-Schlecken erwarten lässt, kann für unsere Haustiere Stress, Leiden Hitzschlag und Lebensgefahr bedeuten. Damit auch für ihr Tier der Sommer erträglich wird, hier einige Ratschläge für Tierhalter.
Die Bundestierärztekammer empfiehlt:

  • Auto als Backofen: Niemals ein Tier im geparkten Auto zurücklassen! Temperaturen von über 70 Grad sind bei praller Sonne auf das Autodach schnell erreicht, da nützen auch eine Schale Wasser oder ein offener, kleiner Fensterspalt wenig.
  • Schatten: Käfige und Freigehege so stellen, dass die Tiere über den ganzen Tag immer auch einen Schattenplatz zur Verfügung haben. „Schlafhäuschen“ bieten keinen Schutz, denn sie heizen sich auf!
  • Aktivität: Spaziergänge und Auslauf lieber auf die Morgen- und Abendstunden verlegen.
  • Wasser: Der ständig frisch gefüllte Wassernapf ist überlebenswichtig und sollte mehrmals täglich kontrolliert und aufgefüllt und dabei auch mindestens einmal pro Tag gereinigt werden. Im warmen Wasser können sich Keime schnell vermehren und stellen eine zusätzliche Gefahr dar.
  • Futter: Futterreste direkt nach dem Fressen entfernen, da sie schnell verderben und Erkrankungen hervorrufen können.
  • Fell: Viele Tiere haben ein dichtes Fell, das sie vor Kälte gut schützt. Im Sommer kann dieses Fell hinderlich werden, denn es blockiert die Wärmeabgabe. Im Gegensatz zum Menschen können viele Tiere nicht oder nicht so ausgeprägt Schwitzen. Hunde hecheln, Katzen und Kaninchen lecken sich das Fell nass. Vögel sperren den Schnabel auf. All diese Aktivitäten erfordern viel Wasser.
  • Scheren: Langhaarige Hunde bei Bedarf scheren.
  • Kämmen, Maden: Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen häufiger kämmen und auf Fliegenmaden kontrollieren, denn Fliegen legen in zotteligem Fell gerne ihre Eier ab. Nach wenigen Stunden schlüpfen die Maden und können die Tier-Haut großflächig zerstören.

 

ACHTUNG HITZSCHLAG: Notfall – schnelles Handeln geboten!

Anzeichen beim Hund sind starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Taumeln oder Krämpfe, auch Bewusstlosigkeit. Das Tier sofort in den Schatten bringen und Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen: dem Tier langsam erst die Beine, dann den Körper mit feuchten Tüchern oder Decken kühlen; nur einem Tier bei Bewusstsein Wasser anbieten. Dann ab zum/r Tierarzt/Tierärztin, denn es besteht Lebensgefahr! Infusionen und Notfallmedizin können nötig sein, auch wenn dass Tier sich leicht unter Ihren Erste-Hilfe-Maßnahmen erholt. Vorher Tierarzt/Tierärztin anrufen, damit alles vorbereitet werden kann und keine wertvolle Zeit verloren geht.

 

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Bundestierärztekammer
Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e.V.
Oxfordstr. 10, 53111 Bonn
Tel. (02 28) 7 25 46-0/-70, Fax 7 25 46 66

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